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Wenn Frauen sich im Kreis vebinden

February 18, 2018

 

 

Noch ganz beflügelt vom letzten Freitag, wo ich in meiner alten Heimat Davos einen Frauenkreis leiten durfte, schreibe ich heute diesen Blogeintrag. 

 

Es war eine wunderschöne Erfahrung mit wunderbaren Frauen. Ich finde es immer wieder toll, dass Frauen dem "Ruf" in den Kreis folgen. Das klingt jetzt ein bisschen dramatisch, aber ich finde grad keine anderen Worte. Ich finde es wunderbar, dass Sie Ihre Ängste, Unsicherheiten oder Vorbehalte einfach überwinden und so zu einem Teil des Kreises werden. Es braucht ja schon irgend wie ein bisschen Mut. 

 

Wieso ein Frauenkreis?

Einen Frauenkreis zu eröffnen war nie ein Ziel von mir, nein im Gegenteil. Mit Frauen hatte ich immer ein bisschen meine Mühe, obwohl ich selber eine bin. Ich konnte auch lange die weibliche Seite an mir nicht wirklich annehmen, ich wollte keine typische Frau sein. Da war für mein Geschmack einfach immer zu viel Neid, Missgunst, Vergleich, Falschheit, Getratsche, Unehrlichkeit und zu viele Vertrauensbrüche. Klar habe auch ich ein paar tolle Frauenfreundschaften, aber diese kann ich an einer Hand abzählen. Das war für mich aber nie ein Problem.

 

Die Wärme der Frau

Ich weiss nicht, ob es mit dem Alter zu tun hat oder mit dem Fakt, dass meine weiblichen Familienmitglieder praktisch alle verstorben sind, oder weil

ich aufgehört habe zu arbeiten und seit der Geburt unseres Sohnes zum ersten Mal wieder etwas Zeit für mich hatte. Auf jeden Fall merke ich seit ca. zwei Jahren, dass mir das Weibliche in meinem engen Umfeld fehlt. Das emphatische Zuhören, das warme Herz einer Mutter, das offen reden und vor allem verstanden werden. Absolut nichts gegen meine Männer. Sie sind meine grosse Liebe und wir leben ein Leben, dass ich mir nicht besser vorstellen könnte. Aber ich glaube du weisst, was ich meine. Ein Mann kann, auch wenn er sich total Mühe gibt, uns oftmals einfach weil er ein Mann ist und wir eine Frau, nicht verstehen. Oder vor allem unsere Gefühle und Emotionen, nicht nachvollziehen....ich verstehe sie ja oftmals selber nicht, lach. 

 

Ich beschäftige mich seit vielen, vielen Jahren mit dem Schamanismus, lange mit dem Nordamerikanischen, aber in den letzten 4 Jahren kam der europäische Schamanismus immer mehr in mein Leben. Vor allem die Kelten haben es mir sehr angetan. Ich verschlinge alle Bücher, alle Informationen, Geschichten, Sagen, Kräuterwissen und Traditionen unserer Vorfahren und da fühle ich mich so richtig zu Hause. Beim Schamanismus muss man ja sagen, dass er in allen Völkern sehr ähnlich ist. Grosse Unterschiede gibt es nicht.

 

 

Die Gemeinschaft

Auf jeden Fall, wenn ich in den Büchern lese, wie die Frauen früher am Feuer zusammen gesessen sind, eine Gemeinschaft waren, sich gegenseitig unterstützt haben, Geschichten erzählt haben, sich gegenseitig dabei geholfen haben Kinder zu gebären und sich einfach alle zusammen um die Kinder, die Tiere und den Stamm gekümmert haben, berührt mich das sehr. Der Gedanke mit Frauen im Kreis zu sitzen, sich auszutauschen, eine Gemeinschaft zu sein, hat mich immer mehr gerufen. Die Gemeinschaft zu leben, offen und frei, vertrauensvoll und verbunden.....wir Frauen, ohne Neid, ohne Missgunst, ohne das Misstrauen und das Hinterlistige. Zusammen sein und die Stärke von jeder einzelnen Frau spüren und sich gegenseitig motivieren, Träume und Visionen umzusetzen, anstatt Angst zu haben, dass Sie besser sein könnte, dass Sie besser bei den Mitmenschen ankommen könnte, dass Sie mir irgend etwas wegnehmen könnte. 

 

Und dann war's soweit

Und so ist in mir dieser grosse Wunsch entstanden, einen Frauenkreis zu eröffnen. Ich hatte ja keine Ahnung, ob sich irgend eine Frau davon angesprochen fühlen wird. Aber der Wunsch war grösser als meine Angst und so habe ich es einfach probiert und siehe da, am ersten Abend kamen 20 wunderbare Frauen, ich konnte es fast nicht glauben. Keine der Frauen kam aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Die meisten Frauen haben sich nicht gekannt. Ein bisschen den Bammel hatte ich schon, aber ich war zu beflügelt, um mir wirklich Sorgen zu machen. Ich war einfach mich selber und habe das gemacht, was sich richtig angefühlt hat und unterdessen sind wir immer so um die 12-15 Frauen im Kreis und ich LIEBE es. Der Kreis gibt mir so viel, ich kann es gar nicht in Worten beschreiben. Die Frauen oder wir sagen auch gerne Schwestern, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Wir sind ein offener Kreis, also es kann jede Frau einfach kommen, wenn Sie möchte, wenn das Thema passt, wenn Sie Zeit und Lust hat. Und so gibt es Frauen, die jedes Mal dabei sind, aber auch Frauen, die ab und zu mal dabei sind und immer wieder stossen neue Frauen dazu. Wir sind sehr offen und ich glaube alle fühlen sich immer gleich aufgenommen und genau so habe ich mir das vorgestellt.

 

Warum haben wir das "sich im Kreis verbinden" verloren?

 Das geht zurück ins nachchristliche Europa. Früher waren Frauen heilig, wurden verehrt und haben geschaut, dass das Leben im Stamm, in der Gemeinde, lief, während dem die Männer jagen gingen und Feinde bekämpft haben. Frauen hatten ein grosses Wissen, waren Alchemistinnen und Seherinnen....somit hatten sie auch viel Macht. Nicht kriegerische Macht, aber mit dem ganzen Wissen wurden sie zu einer Gefahr für die Kirche. Gerade im Mittelalter hat man es den Frauen verboten, sich im Kreis zu treffen. Man war überzeugt, dass Böses entstand, wenn Frauen zusammen kamen und ihr Wissen, ihre Alchemie austauschten. Frauen wurden als Hexen verbrannt und Frauen haben sich gegenseitig verraten um ihr eigenes Leben zu schützen. So ist vor vielen, vielen Generationen das ganze Misstrauen unter den Frauen entstanden.

 

All das steckt ganz tief in unserem Zellgedächnis. Das Wissen um die Kräfte die entstehen, wenn wir uns im Kreis verbinden, aber vor allem auch der Verrat unter Frauen. Mit dem Wissen darum, können wir aber viel heilen und transformieren und das klappt wunderbar im Frauenkreis. Wir verbinden uns und nur schon beim Gedanke daran, was für wunderbare Energien entstehen, wenn wir uns am Anfang des Kreises verbinden, bereitet mir wieder Hühnerhaut. Man glaubt es nicht, wenn man es nicht selber erlebt hat, aber diese Verbundenheit, dieses Vertrauen, die Erinnerung im Zellgedächnis, berührt unendlich. Und nicht nur mich, sondern alle Frauen im Kreis. Das habe ich am Freitag in Davos wieder erlebt.

 

Weiblichkeit heilen

Es fasziniert mich jedes Mal, wie wir Frauen uns im Kreis öffnen können, wie sehr wir diese Energie brauchen und richtig aufsaugen. Ich habe das in Chur in den Kreisen gemerkt und nun auch in Davos wieder. In meinen Augen braucht es auf dieser Welt viiiiiiel mehr Frauenkreise. Wenn wir Frauen uns wieder im Guten und mit offenen und ehrlichen Herzen verbinden, können wir so viel heilen. Wir können unsere Weiblichkeit heilen und ich glaube fest daran, dass wir über mehrere Generationen zurück die Weiblichkeit heilen können. Heile ich mein weibliches Herz, dann heile ich die Herzen meiner Ahninnen und das macht mich unendlich glücklich! Ich bin auch überzeugt davon, dass wenn wir unsere Weiblichkeit heilen, wenn wir wieder lernen, unsere Weiblichkeit anzunehmen, wenn wir uns nicht mehr selber ablehnen, dass das auch den Männer hilft. Denn je mehr unsere Verletzungen verheilen, desto ausgeglichener und glücklicher sind wir und wir haben nicht mehr das Gefühl uns beweisen und kämpfen zu müssen. Die Frau ist wieder die Frau und der Mann der Mann. Ich glaube, dass wir dann wieder viel ausgeglichenere Beziehungen führen können. Also bei mir ist das auf jeden Fall so. Je mehr ich heil werde, desto ruhiger werden meine Emotionen und es ist ein wunderschönes, dankbares Zusammensein, irgend wie ein Ankommen. 

 

Tut euch zusammen

Ich möchte hier keine Werbung für meinen Frauenkreis machen, nein, ich möchte dich/euch dazu ermutigen, euch im Kreis zu verbinden. Jede von euch kann einen Frauenkreis ins Leben rufen. Folge deiner Intuition und lass es fliessen. Folge dem Ruf, wenn du ihn spürst. Ja das klingt wieder dramatisch, lach, aber es ist einfach so, nennen wir es beim Namen, lach. Nein im Ernst, tut euch zusammen, bildet einen Kreis und geniesst den Austausch, die Verbundenheit und das Vertrauen. Es ist einfach da, glaub es mir. Meine Frauen aus den Kreisen können es dir bestätigen.

 

Folge dem Ruf

Ich habe den Kreis am Freitag eröffnet, wir haben uns verbunden und ein Lied gehört/gesungen und dann haben wir uns vorgestellt. Bereits in dieser Vorstellungsrunde konnten einige Frauen/Schwestern sich extrem öffnen und sagen, wie sehr sie nur schon die Verbindung im Kreis berührt hat. Es ist wie ein sich zurück erinnern an diese alten Zeiten, als wir Frauen noch zusammen um's Feuer sassen. Es ist einfach wunderschön. Ich komme auch bei dir/euch vorbei und halte einen Kreis, wenn du das mal erleben möchtest und noch nicht genau weisst, wie du es anstellen sollst. Das ist kein Problem. Man braucht dazu, meiner Meinung nach, auch keine Ausbildung. Folge deinem Herzen und deiner Intuition, es gibt kein Falsch und kein Richtig. Wenn es sich richtig anfühlt, soll es so sein. Und wenn du Tipps möchtest, melde dich einfach bei mir. Auch wenn auf dem Foto eine Trommel zu sehen ist, es braucht auch keine Trommel, mach es genau so, wie es für dich stimmt.

 

Wichtig ist mir nur, dass noch ganz viele Frauenkreise entstehen dürfen, dass wir uns einander wieder öffnen und vom Kreis profitieren können. Der Austausch ist so wichtig und tut so gut, plötzlich fühlt man sich nicht mehr alleine mit seinen Gefühlen und Emotionen, mit seinen Sorgen und seinen Ängsten, man fühlt sich getragen. Mir ist es sehr wichtig, dass wir uns nicht einfach im Kreis verbinden, sondern dass wir auch unsere Talente teilen dürfen, dass wir netzwerken, dass wir für unsere kleinen "Businesses" Werbung machen können, dass wir uns gegenseitig weiterempfehlen und dass wir die, die sich noch nicht getrauen ihre Träume zu verwirklichen, dass wir sie motivieren können, es zu wagen. 

 

Ach, es ist einfach wunderschön. Ja, ich liebe den Frauenkreis. Ich alleine bin aber kein Kreis, ich sehe mich nur als Hüterin vom "The Circle of Sisterhood", der Kreis entsteht erst durch all die wunderbaren Frauen/Schwestern. Junge Frauen und ältere Frauen, alle Generationen nehmen ihren Platz ein. Alle können von einander profitieren. Am Schluss schliessen wir den Kreis und sitzen wir immer noch eine Stunde oder länger zusammen. Bei leckeren, selbstgemachten Snacks und tauschen uns aus. Eine ganz wichtige Zeit in meinen Augen, man kann sich noch tiefer verbinden und trifft immer auf Frauen, die einem so richtig ansprechen. So sind schon ein paar Freundschaften entstanden. 

 

In the circle, we are all equal.

There is no one in front of you

and there's nobody behind you.

Nobody is above you,

no one is below you.

The circle is sacred because it

is designed 

to create unity.

- Lakota Wisdom -

 

Zum Glück gibt es auch bei uns in der Schweiz immer mehr Frauenkreise. Wenn du dich von diesem Beitrag angesprochen gefühlt hast, dann schaue mal im Internet nach, ob es in deiner Nähe auch einen Frauenkreis gibt und probier es mal aus. Sicher, jeder Frauenkreis ist anders und nicht jede Frau fühlt sich in jedem Frauenkreis wohl. Das muss man auch akzeptieren, aber es gibt sicher für jede Frau den richtigen Kreis und ja, sonst eröffnest du einfach deinen eigenen Kreis. Es kann gar nicht genug Frauenkreise geben. 

 

Mit diesem Lied sage ich dir tschüss und wünsche dir noch einen wunderschönen Sonntag.

Eine Herzensumarmung, Corina

 

 

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​© 2019 by Corina Hemmi

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